Warum Windenergieanlagen stillstehen

Windenergieanlagen haben eine hohe technische Verfügbarkeit, dennoch stehen sie manchmal still. Stillstände sind in vielen Fällen betrieblich vorgesehen oder regulatorisch vorgegeben. 

Feld mit Windenergieanlagen wird gemäht
Publikation
Wind

# Themen Sonstiges

Stand 26.01.2026

Kompaktwissen

Viele Menschen wundern sich, wenn Windenergieanlagen stillstehen, obwohl der Wind weht, und vermuten sofort einen Defekt. Doch es sind meist andere Gründe, die zu zeitweiligen Stillständen führen. Tatsächlich verfügen Windräder über eine sehr hohe technische Verfügbarkeit. Stillstände sind in vielen Fällen betrieblich vorgesehen oder regulatorisch vorgegeben. Sie ergeben sich aus dem Zusammenspiel von Wetter, Netzbetrieb, Immissionsschutz, Artenschutz und Marktmechanismen.

Eine Übersicht über die Gründe, warum Windenergieanlagen stillstehen, liefert das neue Kompaktwissen. 

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Warum drehen sich Windenergieanlagen manchmal nicht, obwohl Wind weht?

Häufige Gründe sind zu wenig oder zu viel Wind, Wartungen, Netzengpässe oder gesetzlich vorgeschriebene Abschaltungen zum Schutz von Menschen, Natur und Netzstabilität.

Hat das Stromnetz Einfluss auf Abschaltungen?

Ja. Wenn Stromleitungen überlastet sind, müssen Netzbetreiber Energieerzeugungsanlagen im Überlastungsgebiet drosselt oder abschalten (sogenannten Redispatch-Maßnahmen). 2024 wurden dadurch etwa 3 % der Onshore-Windstromproduktion abgeregelt.

Werden Windenergieanlagen auch zum Schutz von Vögeln und Fledermäusen abgeschaltet?

Ja. Während Brutphasen und Phasen der Nahrungssuche von Vögeln sowie bei landwirtschaftlichen Ereignissen (z.B. Mähen) werden Anlagen ereignisbezogen abgeschaltet. Moderne Kamerasysteme stoppen den Betrieb automatisch bei gefährdeten Vogelarten. Um Fledermäuse zu schützen, können Abschaltzeiten abhängig von Temperatur, Windgeschwindigkeit und Jahreszeit veranlasst werden. 

Werden Windenergieanlagen auch zum Schutz von Menschen abgeschaltet?

Ja.

  • Bei Frost kann sich Eis an den Rotorblättern bilden. Um gefährlichen Eiswurf zu vermeiden, schaltet ein Eiserkennungssystem die Anlage automatisch ab.
  • Lärmschutz: Anlagen müssen gesetzliche Immissionsrichtwerte einhalten (z. B. nachts 35 dB(A) in reinen Wohngebieten).
  • Schlagschatten: Wenn mehr als 30 Minuten pro Tag oder 30 Stunden pro Jahr Schlagschatten auftreten würden, schaltet die Anlage temporär ab.

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