Bedeutung der Windenergie in Deutschland

Stromerzeugung | Klimaschutz | Flächenbedarf

Zwei Windenergieanlage
Publikation
Wind

# Themen Sonstiges

Stand 11.06.2025

Kompaktwissen

In diesem Titel der fachagentureigenen Reihe „Kompaktwissen“ widmet sich die Fachagentur Wind und Solar der Bedeutung der Windenergie für die nationale Stromerzeugung und deren Beitrag zur Wertschöpfung, zum Wirtschaftsstandort sowie zum Klimaschutz in Deutschland. Kurz und prägnant werden auf vier Seiten wesentliche Fakten zur bisherigen Entwicklung der Windenergienutzung und der Stromerzeugungskosten zusammengefasst. 

Die Publikation wurde im Mai 2025 aktualisiert.

Windenergie steuert den größten Teil zur Stromversorgung in Deutschland bei und wird auf dem Weg zur Klimaneutralität zur wichtigsten Energiequelle. Bis Ende des Jahrzehnts müssen Erneuerbare Energien, v. a. Windenergieanlagen, nicht nur konventionelle Kraftwerke ersetzen, sondern auch den zusätzlichen Strombedarf im Rahmen der Sektorenkopplung decken.

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Welche Rolle spielt die Windenergie an Land für die Stromerzeugung in Deutschland?

Die Windenergie an Land ist der wichtigste Energieträger der bundesdeutschen Stromerzeugung und spielt eine wesentliche Rolle auf dem Weg zur Klimaneutralität. Im Jahr 2024 war die Windenergie (on- und offshore) die bedeutendste Energiequelle für die Stromproduktion. Die Windenergie an Land (onshore) trug im Jahr 2024 63 Terawattstunden (TWh) zur Nettostromerzeugung bei, was einem Anteil von 15 Prozent entsprach.  Die installierte Leistung der Windenergieanlagen an Land betrug Ende 2024 63,6 Gigawatt (GW), was knapp einem Viertel der nationalen Stromerzeugungsleistung entspricht. Insgesamt deckten On- und Offshore-Windenergieanlagen im Jahr 2024 bilanziell den gesamten Strombedarf aller bundesdeutschen Privathaushalte. 


Wie viele Beschäftigte arbeiten im Bereich der Windenergie an Land?

Im Jahr 2023 lag die Zahl der Bruttobeschäftigen im der Windenergie-an-Land-Branche bei 99.100. 


Wie beeinflusst die Windenergie an Land die lokale Wertschöpfung?

Die Nutzung der Windenergie trägt erheblich zur lokalen Wertschöpfung bei, etwa durch Gewerbesteuereinnahmen, Pachteinnahmen für Flächeneigentümer sowie durch die Schaffung von Arbeitsplätzen in Planung, Bau, Betrieb und Wartung. Auch Kommunen profitieren von der Windenergienutzung. Neben Steuereinnahmen ist nach § 6 EEG eine finanzielle Beteiligung der Gemeinden möglich. Betreiber von Windenergieanlagen dürfen Kommunen im Umkreis von 2,5 km freiwillig mit bis zu 0,2 Cent pro kWh Strom an den Einnahmen beteiligen. In einigen Länder gibt es dazu verpflichtende Normen. Diese Regelungen sollen sicherstellen, dass Gemeinden von der Windenergie wirtschaftlich profitieren, indem sie zusätzliche Einnahmen zur Förderung lokaler Infrastruktur oder zur Senkung kommuna
ler Ausgaben erhalten. Durch Bürgerenergieprojekte können auch Anwohnende direkt an den Erträgen partizipieren.


Welche Perspektiven hat die Onshore-Windenergie in Deutschland?

Die Onshore-Windenergie steht vor einem klaren Aufwärtstrend. Politische Ziel ist es, die installierte Onshore-Windenergieleistung in Deutschland bis 2030 auf 115 GW zu steigern. Dies entspricht einer Steigerung von 180 Prozent gegenüber dem Stand Ende 2024
Die Genehmigungszahlen erreichten 2024 mit 14,1 GW genehmigter Leistung ein neues Allzeithoch. Derzeit sind insgesamt rund 25 GW Leistung genehmigt, die voraussichtlich in den kommenden zwei bis drei Jahren realisiert werden können. Aufgrund der außerordentlich hohen Genehmigungs- und Zuschlagsmengen wird erwartet, dass der Zubau ab 2026 auf den erforderlichen Ausbaupfad einschwenken wird.


Wie günstig ist Strom aus Windenergieanlagen?

Die Stromgestehungskosten von Windenergieanlagen hängen von den Standortbedingungen und damit erreichbaren Volllaststunden ab. Sie betragen bei Onshore Anlagen im küstennahen Bereich zwischen 4,3 und 5,5 Cent/kWh und an Binnenlandstandorten mit schwächerem Winddargebot zwischen 7,1 und 9,2 Cent/kWh.6 Damit liegen sie auf einem ähnlichen Niveau wie die Photovoltaik und sind bedeutend günstiger als konventionelle Kraftwerke. Zum Vergleich: Die Stromgestehungskosten von neugebauten Gas-und-Dampf-Kraftwerken auf der Basis von Erdgas liegen zwischen  9 und 16 Cent/kWh. 

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