HPA-GIS-Tool

GIS-Modelle zur automatisierten Anwendung der Habitatpotenzialanalyse (HPA)

Windpark Hohenlimburg
Publikation
Wind

# Themen Genehmigung, Natur- und Artenschutz, Planung

Stand 08.12.2025

Tools

Mit der Einführung des § 45b Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) wurde die Habitatpotenzialanalyse (HPA) als anerkannte Methode etabliert, um das potenzielle Tötungsrisiko kollisionsgefährdeter Brutvogelarten durch Windenergieanlagen zu ermitteln. Auf Grundlage des Fachkonzepts von Reichenbach et al. (2023) wurden im Auftrag der Fachagentur Wind und Solar e. V. durch die ARSU GmbH GIS-Modelle entwickelt, die eine standardisierte und anwenderfreundliche Durchführung der HPA ermöglichen – auch ohne vertiefte Artenschutzkenntnisse.

Die Modelle prüfen, ob die gesetzlichen Regelvermutungen nach § 45b BNatSchG widerlegt oder bestätigt werden können. Dabei dienen sie als erste Einschätzung - im Einzelfall sollte das Ergebnis durch eine fachgutachterliche Vor-Ort-Prüfung überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Die Modelle wurden für QGIS, Version 3.34.12, erstellt und setzen grundlegende GIS-Kenntnisse voraus. Ergänzend wurde ein spezielles Werkzeug in Python entwickelt, das mit den Modellen zur Verfügung gestellt wird.

Tool als ZIP-Datei-Download

(431 KB - enthält 26 MODEL3-Dateien mit je ca. 300 KB und ein Python-Skript; Die Dateien wurden erstmals am 15.08.2025 veröffentlicht und im Dezember 2025 aktualisiert.)

FAQ zum HPA-Tool

Welche QGIS-Version ist erforderlich? Funktioniert das Tool auch mit ArcGIS?

Aktuell stehen die Modelle nur für QGIS und nicht für ArcGIS zur Verfügung. Die Entwicklung erfolgte mit der Version 3.34.12.

Lässt sich das Modell auch anwenden, wenn keine punktgenaue Verortung des Brutplatzes zur Verfügung steht? Beispiel: Schreiadler - Bezugsgröße für den Schutz ist ein Polygon (Brutwald).

Grundsätzlich müssen Punkte (Brutplatz) vorliegen, da die Flächenberechnungen von der konkreten Lage im Revier abhängig sind. Stehen keine punktgenauen Daten zur Verfügung, gäbe es mehrere Lösungswege: Die HPA wird für mehrere theoretische Brutplätze innerhalb oder am zur Windenergieanlage nächsten Rand des bekannten Bruthabitats durchgeführt. Sollte das Ergebnis einheitlich sein (immer mit Maßnahme oder immer ohne Maßnahme), könnte dieser Einschätzung gefolgt werden. Sollte nur für einzelne Prüffälle ein Maßnahmenbedarf ermittelt werden, könnte dies als Worst-Case-Annahme gesehen werden. Alternativ kann versucht werden, einzelne Standorte im Bruthabitat zu plausibilisieren und die HPA gezielt durchzuführen. 

Die gewählte Vorgehensweise ist zu dokumentieren.

Der zentrale Prüfbereich wurde am Horst orientiert - muss er nicht auf den Standort der WEA bezogen werden? 

Für die Anwendung der HPA muss vom Horst ausgegangen werden, wobei die in Anlage 1 zu § 45b Absatz 1 bis 5, Abschnitt 1 genannten Bereiche zur Prüfung bei kollisionsgefährdeten Brutvogelarten (Aktivitätsbereiche) den Prüfbereichen um eine WEA entsprechen. 

Ist es möglich, individuelle Daten und Erkenntnisse bzw. Kartierergebnisse zusätzlich einzuspeisen? (Schnittstelle für eigene Daten)

Ja, das ist möglich. Die Struktur der zusätzlichen Daten bzw. die Anpassung vorhandener Daten muss sich dabei an der Struktur der allgemeinen Eingangsdaten orientieren. In der Anleitung zum GIS-Tool sind entsprechende Hinweise aufgeführt. 

Für welche Arten ist das Tool anwendbar?

Das Tool wurde sowohl für Arten mit großflächigen Nahrungshabitaten (z. B. Rotmilan) als auch für Arten mit geclusterten Nahrungshabitaten (z. B. Seeadler) entwickelt. Teilweise ist die Anwendung der HPA nur in einem der beiden Prüfbereiche sinnvoll, da bspw. keine besonders attraktiven Nahrungshabitate definiert sind (z. B. Uhu). Lediglich für den Steinadler und den Wanderfalken liegen keine Modelle vor, da sich die HPA generell nicht für diese Arten eignet. Gründe dafür sind beim Steinadler die starke geografische Restriktion und beim Wanderfalken, dass die Flüge oftmals unabhängig vom Habitat stattfinden.

In welchem Format müssen die erforderlichen Geodaten vorliegen?

Die Standorte des Brutplatzes und der geplanten Windenergieanlage und ggf. der bestehenden Anlagen werden als Punkt-Shapes benötigt. Die Daten aus dem DLM (Polygone-Shapes) und des Copernicus-Programms (Rasterdaten) sind lokal in dem jeweiligen Format abzuspeichern.

Wenn ATKIS-Daten nicht der Struktur des Objektartenkatalogs entsprechen – müssen dann die Daten oder das Modell angepasst werden? 

Grundsätzlich sind beide Anpassungen möglich. Ein Beispiel dafür, wie die ATKIS-Daten anzupassen sind, ist in der Anleitung zu finden. Die Anpassung muss nur einmalig erfolgen, anschließend können die Daten für alle zukünftigen Prüfungen mit den Modellen genutzt werden.