FAQ zum HPA-Tool
Welche QGIS-Version ist erforderlich? Funktioniert das Tool auch mit ArcGIS?
Aktuell stehen die Modelle nur für QGIS und nicht für ArcGIS zur Verfügung. Die Entwicklung erfolgte mit der Version 3.34.12.
Lässt sich das Modell auch anwenden, wenn keine punktgenaue Verortung des Brutplatzes zur Verfügung steht? Beispiel: Schreiadler - Bezugsgröße für den Schutz ist ein Polygon (Brutwald).
Grundsätzlich müssen Punkte (Brutplatz) vorliegen, da die Flächenberechnungen von der konkreten Lage im Revier abhängig sind. Stehen keine punktgenauen Daten zur Verfügung, gäbe es mehrere Lösungswege: Die HPA wird für mehrere theoretische Brutplätze innerhalb oder am zur Windenergieanlage nächsten Rand des bekannten Bruthabitats durchgeführt. Sollte das Ergebnis einheitlich sein (immer mit Maßnahme oder immer ohne Maßnahme), könnte dieser Einschätzung gefolgt werden. Sollte nur für einzelne Prüffälle ein Maßnahmenbedarf ermittelt werden, könnte dies als Worst-Case-Annahme gesehen werden. Alternativ kann versucht werden, einzelne Standorte im Bruthabitat zu plausibilisieren und die HPA gezielt durchzuführen.
Die gewählte Vorgehensweise ist zu dokumentieren.
Der zentrale Prüfbereich wurde am Horst orientiert - muss er nicht auf den Standort der WEA bezogen werden?
Für die Anwendung der HPA muss vom Horst ausgegangen werden, wobei die in Anlage 1 zu § 45b Absatz 1 bis 5, Abschnitt 1 genannten Bereiche zur Prüfung bei kollisionsgefährdeten Brutvogelarten (Aktivitätsbereiche) den Prüfbereichen um eine WEA entsprechen.
Ist es möglich, individuelle Daten und Erkenntnisse bzw. Kartierergebnisse zusätzlich einzuspeisen? (Schnittstelle für eigene Daten)
Ja, das ist möglich. Die Struktur der zusätzlichen Daten bzw. die Anpassung vorhandener Daten muss sich dabei an der Struktur der allgemeinen Eingangsdaten orientieren. In der Anleitung zum GIS-Tool sind entsprechende Hinweise aufgeführt.
Für welche Arten ist das Tool anwendbar?
Das Tool wurde sowohl für Arten mit großflächigen Nahrungshabitaten (z. B. Rotmilan) als auch für Arten mit geclusterten Nahrungshabitaten (z. B. Seeadler) entwickelt. Teilweise ist die Anwendung der HPA nur in einem der beiden Prüfbereiche sinnvoll, da bspw. keine besonders attraktiven Nahrungshabitate definiert sind (z. B. Uhu). Lediglich für den Steinadler und den Wanderfalken liegen keine Modelle vor, da sich die HPA generell nicht für diese Arten eignet. Gründe dafür sind beim Steinadler die starke geografische Restriktion und beim Wanderfalken, dass die Flüge oftmals unabhängig vom Habitat stattfinden.
In welchem Format müssen die erforderlichen Geodaten vorliegen?
Die Standorte des Brutplatzes und der geplanten Windenergieanlage und ggf. der bestehenden Anlagen werden als Punkt-Shapes benötigt. Die Daten aus dem DLM (Polygone-Shapes) und des Copernicus-Programms (Rasterdaten) sind lokal in dem jeweiligen Format abzuspeichern.
Wenn ATKIS-Daten nicht der Struktur des Objektartenkatalogs entsprechen – müssen dann die Daten oder das Modell angepasst werden?
Grundsätzlich sind beide Anpassungen möglich. Ein Beispiel dafür, wie die ATKIS-Daten anzupassen sind, ist in der Anleitung zu finden. Die Anpassung muss nur einmalig erfolgen, anschließend können die Daten für alle zukünftigen Prüfungen mit den Modellen genutzt werden.