Bedeutung der Photovoltaik in Deutschland

Stromerzeugung | Flächennutzung | Wertschöpfung

Publikation
Solar

# Themen Sonstiges

Stand 11.06.2025

Kompaktwissen

In diesem Titel der Reihe „Kompaktwissen“ widmet sich die Fachagentur der Bedeutung der Photovoltaik für die nationale Stromerzeugung. Kurz und prägnant werden auf vier Seiten wesentliche Fakten zur bisherigen Entwicklung der Nutzung von Photovoltaikfreiflächenanlagen zusammengefasst sowie Anforderungen für den weiteren Ausbau skizziert.

Photovoltaik spielt für eine sichere und kostengünstige Stromversorgung eine wichtige Rolle. Ihr Anteil an der öffentlichen Nettostromerzeugung machte im Jahr 2024 rund 15 Prozent aus. Im Januar 2025 wurde die Schwelle von 100 Gigawatt installierter Leistung überschritten. Davon sind rund zwei Drittel der Solaranlagen auf Dächern, ein Drittel auf Freiflächen installiert. Der Ausbau hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Den Kommunen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Sie können Photovoltaik-Freiflächenanlagen nicht nur aktiv planen, sondern auch finanziell von den Anlagen profitieren.

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Welche Rolle spielt Photovoltaik für die Stromerzeugung in Deutschland?

Photovoltaik trägt im Jahr 2024 mit 63,3 TWh knapp 15 Prozent zur öffentlichen Nettostromerzeugung bei und spart dabei 51,1 Millionen Tonnen CO₂ ein. Im Januar 2025 wurde die Schwelle von 100 GW installierter Leistung überschritten. Davon sind rund zwei Drittel auf Dächern und ein Drittel auf Freiflächen installiert. Die Solarenergie ist damit ein zentraler Baustein der Energiewende und macht etwa ein Viertel der CO₂-Vermeidung im Stromsektor durch erneuerbare Energien aus.


Wie günstig ist Strom aus PV-Freiflächenanlagen?

Die durchschnittlichen Erzeugungskosten pro Kilowattstunde (kWh) Solarstrom, die so genannten Stromgestehungskosten7 , hängen vom Anlagentyp, den Anschaffungskosten der Komponenten und der Sonneneinstrahlung am Standort der Anlage ab. Sie liegen zwischen 4,1 und 14,4 Cent/kWh. Für PVFFA mit einer Leistung über 1 MW bewegen sich die Stromgestehungskosten derzeit zwischen 4,1 und 7 Cent/kWh.8 Selbst mit Batteriespeichern liegen die Kosten nur zwischen 6 und 11 Cent/kWh. Zum Vergleich: Die Stromgestehungskosten von neugebauten Gas-und-Dampf-Kraftwerken auf der Basis von Erdgas liegen zwischen  9 und 16 Cent/kWh.


Wie viel Fläche benötigen Photovoltaik-Freiflächenanlagen?

Ende 2022 waren auf etwa 35.000 Hektar rund 20 GW PV-Freiflächenleistung installiert. Dies entspricht nur 0,1 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands und 0,2 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Flächeneffizienz hat sich deutlich verbessert: von 4,1 Hektar pro Megawatt (2006) auf 0,9 ha/MW (2023). Das EEG steuert die Flächennutzung, indem nur bestimmte Flächen förderfähig sind, wie Konversionsflächen, Flächen entlang von Autobahnen/Schienen oder benachteiligte Gebiete.


Wie wird die Flächennutzung für PV-Freiflächenanlagen gesteuert?

Das Gesetzgeber regelt mithilfe des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Flächennutzung, indem nur bestimmte Flächen förderfähig sind: versiegelte Flächen, Konversionsflächen, Korridore entlang von Autobahnen/Schienen und seit 2024 grundsätzlich auch benachteiligte landwirtschaftliche Gebiete. Bundesländer können die Förderfähigkeit begrenzen. Ende 2022 waren 35.000 Hektar mit PV-FFA belegt (0,1% der Gesamtfläche Deutschlands). Kommunen haben die Planungshoheit und können über Bauleitplanung steuern, wo Anlagen entstehen. Besondere Solaranlagen wie Agri-PV ermöglichen Doppelnutzung mit Landwirtschaft.


Welche Rollen spielen Kommunen bei der Planung von PV-Freiflächenanlagen?

Kommunen haben die Planungshoheit über die Flächennutzung für nichtprivilegierte Solaranlagen. Diese benötigen für ihre Realisierung eine kommunale Bauleitplanung. So können Kommunen steuern, wo und in welchem Umfang Flächen für PVFFA genutzt werden können. Da es sich um bauliche Anlagen handelt, ist üblicherweise auch eine Baugenehmigung erforderlich. Das Baugenehmigungsverfahren richtet sich nach der Landesbauordnung. Auch die Genehmigungsverfahren unterscheiden sich je nach Land. Die Bauaufsichtsbehörde im Landkreis bzw. in der kreisfreien Stadt ist verantwortlich für die Entscheidung, ob eine Baugenehmigung erteilt wird. Durch ihre Stellungnahmen und Entscheidungen können die Kommunen auch an dieser Stelle ihre Interessen einbringen. Privilegierte PVFFA hingegen benötigen keine Bauleitplanung, sondern lediglich eine Baugenehmigung. Zu den privilegierten PVFFA zählen z. B. Vorhaben auf Flächen, die in einem Korridor von 200 m längs zu Autobahnen oder bestimmten Schienenwegen liegen.


Welche Perspektiven hat die Photovoltaik in Deutschland?

Die Photovoltaik hat große Zukunftsperspektiven: Der Markt wächst dynamisch, Ausschreibungen sind überzeichnet, zunehmend entstehen auch ungeförderte Anlagen über PPAs. Die Beschäftigtenzahl stieg 2023 auf 100.000 (Plus 35% gegenüber 2022). Herausforderungen sind Netzintegration, Speicherausbau und das Management negativer Strompreise bei Überangebot. Entscheidend ist die hohe gesellschaftliche Akzeptanz, die in der Energiekrise 2022 nochmals gestärkt wurde. PV wird ihre zentrale Rolle für sichere, kostengünstige und saubere Energieversorgung weiter ausbauen. 

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