Studie zu Agri-Photovoltaik

Internationale Studie untersucht Potenziale und Herausforderungen von Agri-Photovoltaik.
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Im November 2025 veröffentlichte ein internationales Forschungsteam einen Übersichtsartikel im wissenschaftlichen Magazin „Nature reviews clean technology“ zu Potenzialen und Herausforderungen von Agri-PV. Zu dem Forschungsteam gehört unter anderem das in Deutschland ansässige Forschungszentrum Jülich. 

In dem Papier von Campana et al. werden vier Bereiche analysiert, die für die Entwicklung von Agri-PV essenziell sind: Design, Leistung und Einsatz von Agri-PV-Anlagen sowie die Systemforschung. Unter Design werden hier die verschiedenen Agri-PV-Konfigurationen und PV-Technologien verstanden. Mit „Leistung“ sind die landwirtschaftliche Leistung und die Energieumwandlungsleistung unter den Aspekten der ökologischen Nachhaltigkeit und der Wirtschaftlichkeit gemeint. Der Punkt „Einsatz“ von Agri-PV-Anlagen umfasst in der Studie Fragen zur gesellschaftlichen Akzeptanz, zu Auswirkungen auf die Landschaft, zu politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie zu Standortfragen und dem globalen Potenzial von Agri-PV. Unter „Systemforschung“ betrachtet das Forschungsteam zuletzt die Modellierung, Simulation und Optimierung von Agri-PV-Anlagen.

Deutlich wird, dass ein zentraler Vorteil von Solaranlagen auf landwirtschaftlichen Flächen in ihrer Doppelnutzung liegt. Dadurch können Landwirte über die Ernte hinaus ein zusätzliches Einkommen durch Strom generieren und sich somit finanziell absichern.

Herausfordernd bleibt in Westeuropa jedoch, negative Auswirkungen auf den Ernteertrag zu verringern. Diese werden vor allem durch den Schattenwurf der PV-Module verursacht. Da die Kompatibilität einer PV-Anlage mit der Landwirtschaft nach dem Bau für ihren Erfolg entscheidend ist, ist die Auswahl geeigneter, schattentoleranter Kulturpflanzen sowie geeigneter Agri-PV-Konfigurationen und -technologien unabdingbar. 

Laut Forschungszentrum Jülich sind in Deutschland etwa 1 bis 2 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen für Agri-PV real geeignet. Dies entspräche einer installierten Agri-PV-Leistung von 170 bis 340 Gigawatt, die zum deutschen PV-Strom in 2040 beitragen könnte. 

Die technischen und landwirtschaftlichen Voraussetzungen für Agri-PV Systeme werden hierzulande in der DIN SPEC 91434 beschrieben, welche sich aktuell in der Überarbeitung zur Norm im DIN-Arbeitsausschuss NA 057-03-08 AA „Solarenergienutzung in der Landwirtschaft“ befindet. Die Förderung von Agri-PV erfolgt durch energiepolitische Maßnahmen wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz.

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