Hoher Wettbewerb hält an – verlässliche Rahmenbedingungen bleiben entscheidend
Berlin, 13.07.2026: Die Wettbewerbsintensität zwischen Photovoltaik‑Freiflächen-Projekten bei der Teilnahme an Ausschreibungen im Jahr 2025 war hoch. Alle Ausschreibungsrunden des ersten Segments waren überzeichnet, allerdings stiegen die durchschnittlichen Zuschlagswerte im Laufe des Jahres. Es wird deutlich, dass niedrige Technologiekosten allein nicht mehr ausreichen, um dauerhaft sinkende Zuschlagswerte zu gewährleisten. Das geht aus einer Auswertung der Ausschreibungsergebnisse 2025 hervor, welche die Fachagentur Wind und Solar heute veröffentlicht hat.
Entwicklung der Zuschlagswerte im Jahr 2025
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland insgesamt 7.251 Megawatt bezuschlagt. Die zum Teil deutliche Überzeichnung der drei Ausschreibungsrunden zeigt eine weiterhin dynamische Wettbewerbssituation und ein hohes Interesse am weiteren Ausbau der Freiflächen-Photovoltaik. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Zuschlagswerte im Verlauf der drei Ausschreibungen leicht von 4,66 auf 5,00 Cent pro Kilowattstunde. „Während sinkende Systemkosten bei Photovoltaikanlagen über viele Jahre hinweg zu fallenden Zuschlagswerten in den Ausschreibungen geführt haben, sind es heute zunehmend andere Faktoren, die die Gebotswerte bestimmen – wie etwa höhere Netzanschlusskosten. Auch Unsicherheiten über künftige rechtliche Änderungen im EEG und im Netzpaket beeinflussen Risikoaufschläge und Gebotskalkulationen und führten zuletzt zu einer Konzentration von Projekten mit Zuschlagswerten nahe an der oberen Grenze der Zuschlagswertspanne“, sagt Andreas Wade, Leiter Solar bei der Fachagentur Wind und Solar.
Entwicklung der Projektgrößen und der Flächenarten der Solaranlagen
Vergleicht man die Ausschreibungsergebnisse im Zeitraum 2023 bis 2025 zeigt sich: Über alle Jahre hinweg erhielten vor allem Projekte im mittleren Leistungsgröße Zuschläge – also Projekte mit einer Leistung zwischen 2 bis 10 MW. Parallel dazu gewannen auch größere Projekte im Segment 10 bis 20 MW an Bedeutung. Kleinere Anlagen unter 5 MW stellten zwar einen erheblichen Anteil der Projekte, trugen jedoch nur einen vergleichsweise geringen Anteil zur Gesamtleistung bei. Der gewichtete Durchschnitt stabilisierte sich schließlich bei ca. 9 MW.
Den größten Anteil an der im Jahr 2025 bezuschlagten Leistung hatten Randstreifen entlang von Verkehrswegen (3.321 MW) und landwirtschaftliche Flächen in benachteiligten Gebieten (2.820 MW). Dies ist eine Konsequenz der letzten Änderungen des Ausschreibungsdesigns. Neben der Erhöhung der Ausschreibungsvolumina und der Erweiterung der Flächenkulisse hat auch die Einführung besonderer Solaranlagen, wie Agri-, Moor- oder Floating-PV, ein Segment gestärkt. Diese Kategorie verzeichnete ebenfalls Zuwächse. Im Jahr 2025 wurden 513 MW bezuschlagt, während es im Jahr 2023 noch 145 MW waren. Den größten Anteil hatte die Agri-Photovoltaik. Insgesamt blieb dieses Segment jedoch im Verhältnis zur gesamten bezuschlagten Leistung noch klein.
Verteilung der Zuschläge in den Ländern
Die regionale Verteilung der Zuschläge folgte weiterhin dem Muster vergangener Jahre, jedoch mit zunehmender Diversifizierung. Bayern blieb mit 2.197 MW das volumenstärkste Bundesland und erreichte einen Anteil von 30,3 Prozent. Brandenburg folgte mit 774 MW (10,7 Prozent), Niedersachsen mit 701 MW (9,7 Prozent) und Rheinland Pfalz mit 583 MW (8,0 Prozent). Im Vergleich zu früheren Jahren nahm der Anteil Bayerns am Gesamtvolumen ab, während insbesondere nord- und ostdeutsche Länder stärker zulegten.
Ausblick: Jährlicher PV-Zubau von bis zu 20 GW notwendig
Mit Blick auf die energiepolitischen Ziele weist die Fachagentur Wind und Solar darauf hin, dass der starke Wettbewerb allein nicht ausreichen wird, um den zielgerechten Ausbau sicherzustellen. Ende 2025 lag die insgesamt installierte Solarleistung bei 117,8 Gigawatt (GW). Um das politisch verbindliche Ziel von 215 GW installierter Photovoltaikleistung bis 2030 zu erreichen, müssen jährlich 18 bis 20 GW zugebaut werden. Für einen fortgesetzten effizienten Zubau sind stabile Rahmenbedingungen, z.B. für den Netzanschluss, notwendig.
Die vollständige Analyse „Ausschreibungen für Photovoltaik auf Freiflächen – Ergebnisse der Ausschreibungsrunden 2025“ steht auf der Internetseite der Fachagentur Wind und Solar zum Download bereit.
Kurzprofil: Fachagentur Wind und Solar
Die Fachagentur Wind und Solar ist eine Wissensplattform, die Informationen über die Nutzung von Wind- und Solarenergie in Deutschland veröffentlicht. Sie publiziert u. a. fundierte Analysen, Fachinformationen und praxisnahe Handlungshilfen. Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins sind Bund, Länder, die kommunalen Spitzenverbände, Wirtschafts- und Naturschutzverbände sowie Unternehmen. Die Fachagentur arbeitet fakten-, rechtssprechungs- und wissenschaftsbasiert.
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