Neue Studie zum Rastverhalten von Kranichen

Eine ARSU-Studie zeigt, welche Faktoren die Rastplatzwahl von Kranichen bestimmen – und welche Rolle Windenergieanlagen spielen.
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# Themen Natur- und Artenschutz

Der Einfluss von Windenergieanlagen auf rastende Kraniche wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Wissenschaftlich belastbare Untersuchungen zum tatsächlichen Meideverhalten der Vögel lagen bislang jedoch kaum vor. Vor diesem Hintergrund hat die Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung GmbH (ARSU) eine Studie zur Rastplatzwahl von Kranichen in der Diepholzer Moorniederung durchgeführt.

Ziel der Untersuchung war es, den Einfluss von Windenergieanlagen auf die räumliche Verteilung rastender Kraniche zu bewerten und dabei zugleich weitere Faktoren wie Habitatqualität, Nahrungsverfügbarkeit und andere Störungsquellen zu berücksichtigen. Darüber hinaus wurden die Ein- und Ausflugwege zwischen Schlaf- und Nahrungsplätzen hinsichtlich möglicher Auswirkungen von Windenergieanlagen betrachtet.

Die Auswertung zeigt, dass die Rastplatzwahl der Kraniche in erster Linie durch ein gutes Nahrungsangebot, die Erreichbarkeit geeigneter Flächen sowie eine möglichst störungsarme Umgebung bestimmt wird. Besonders attraktiv sind frisch geerntete Maisäcker, die während des Herbstzugs als wichtige Nahrungsflächen dienen.

Für Windenergieanlagen ergaben sich dagegen keine belastbaren Hinweise auf einen eigenständigen Einfluss auf die Rastplatzwahl. Weder der Abstand zur nächsten Anlage noch die Dichte von Anlagen im Umfeld konnten die Verteilung der Rastplätze maßgeblich erklären. Auch größere Kranichtrupps hielten sich regelmäßig in einer Entfernung von weniger als 200 Metern zu einzelnen oder linienförmig angeordneten Anlagen auf. Ein deutlicher Meidungseffekt konnte damit im Untersuchungsgebiet nicht bestätigt werden.

Beim Ein- und Ausflug zu den Schlafplätzen bevorzugen Kraniche großräumig offene Flugkorridore und umfliegen Windparks häufig. Gleichzeitig nutzen sie regelmäßig auch Bereiche zwischen einzelnen Anlagen. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass ausreichend breite und hindernisarme Flugkorridore zwischen Windparks eine wichtige Voraussetzung für ungestörte Flugbewegungen darstellen. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob sich die Ergebnisse auf größere Windparks und andere Anlagenkonfigurationen übertragen lassen.

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